Die Sonne als Partner beim energieeffizienten Bauen

Durch die optimale Ausrichtung des Hauses wird die vorhandene Sonnenenergie zu jeder Jahreszeit optimal genutzt. Kombiniert mit dem Speichereffekt eines massiv gebauten Hauses hilft sie im Winter Energie zu sparen.

Kompaktheit der Form

Kompaktes Bauen und Planen heißt, das Verhältnis der Außenflächen zum beheizten Volumen eines Hauses so gering wie möglich zu halten und somit die Wärmeverlustflächen zu reduzieren. Die ideale geometrische Wohnform wäre ein „Iglu“. Hier sind die Wärmeverlustflächen so gering, dass bei arktischen Außentemperaturen im Inneren alleine durch die Körperwärme Plusgrade erreicht werden können.

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Die ungünstigsten Bauformen, energietechnisch gesehen, sind ebenerdige Bungalows und Gebäude mit vielen Ecken oder Erkern. Die Wärmeverlustflächen können dabei mehr als doppelt so groß werden wie in einem energetisch gut geplanten Passivhaus.

Energiesparen durch Wärmedämmung

Wohl eine der wichtigsten Maßnahmen an einem energieeffizienten Gebäude ist die perfekte Dämmung aller Gebäudeteile. Zur Brechnung der Dimensionierung ist es erforderlich, das Gebäude als Gesamtes mit all seinen „Eigenheiten“ (Dämmung, Wärmebrücken, solare Gewinne, Kompaktheit etc.) mit Hilfe einer speziellen Software zu definieren und anhand der Ergebnisse dann entsprechend auszulegen. Diesbezügliche Fragen beantwortet unser Planungsbüro gerne.

Als Faustregel kann man dabei von folgenden Dämmstärkenanforderungen ausgehen:
  • Außenwand ca. 30 cm (U<0,12W/m2K)
  • Dachschräge bzw. oberste Geschoßdecke ca. 34 cm (U<0,10W/m2K)
  • Fußboden bzw. Kellerdecke (U<0,16W/m2K)
  • Fenster und Türen (U<0,80 W/m2K)

Dies sind jedoch nur Anhaltspunkte.

Energiesparen durch Vermeidung von Wärmebrücken

Eine Wärmebrücke ist ein Bereich, bei dem die Wärme deutlich schneller nach außen abfließen kann als in der sonstigen Gebäudehülle (z.B. bei Deckenauflegern, Fensterlaibungen, Übergängen von Wänden in Dachschrägen und dergleichen). Dies führt neben höherem Energieverbrauch auch zu Kondensations- und nachfolgend zur Schimmelpilzbildung, bis hin zur Schädigung ganzer Bauteile. In Summe können in einem nicht energieeffizient geplanten Einfamilienhaus 400 bis 500 Laufmeter an Wärmebrücken entstehen! Daher muss bei jeder Planung eines Passiv- oder Niedrigenergiehauses darauf geachtet werden, die Wärmebrücken so gering als möglich zu halten..

Luft- und Winddichtheit

Die Winddichtebene liegt in der Regel außen und soll verhindern, dass die Wärmedämmung von kalter Luft umspült wird und die Dämmwirkung dadurch teilweise verloren geht. Die Luftdichtebene liegt innen und verhindert, daß warme, feuchte Innenluft durch Fugen und dergleichen in die Konstruktion eindringt, abkühlt und so Schäden verursacht. Gewährleistet wird die Luftdichtheit im Massivhaus durch den Innenputz. Alles was ihn durchdringt (Elektro- und Sanitärinstallationen, Dachgeschoßausbau … usw) kann eine mögliche Gefahrenstelle sein.

Gemessen wird die Luftdichtheit gemäß ÖNORM EN 13829 durch den so genannten „Blower-Door-Test“ oder „n50-Test“. Dabei wird im Gebäude mit dem Luftdichtheits-Messgerät ein Unter- bzw. Überdruck erzeugt. Wie kommt man dann also zum n50 – Wert?

Man dividiert einfach den Luftvolumenstrom durch das Volumen des Gebäudes. Je kleiner dieser n50 – Wert ist, desto luftdichter ist dann das Gebäude.

Übliche Richtwerte sind dabei:
  • n50 < 0,60 im Passivhaus
  • n50 < 1,00 im Niedrigenergiehaus
  • n50 < 3,00 im „Normalhaus“

Und in der Realität? Unser bester erzielter Wert in einem Passivhaus liegt bei n50 = 0,20!

Zu kompliziert die Rechnerei? Diesbezügliche Fragen beantwortet unser Planungsbüro gerne.

Kontrollierte Wohnraumlüftung

In jedem modernen Wohnhaus sollte eine kontrollierte Wohnraum-Lüftungsanlage integriert sein. Der wichtigste Grund ist die Gesundheit der Bewohner – erst dann kommen die Vorteile der Energieeinsparung. Wir atmen Sauerstoff ein und produzieren CO2, das wieder ausgeatmet wird. In den Gebäuden, in denen wir uns aufhalten, steigt daher die CO2-Konzentration.

Zum gesunden Wohnen benötigt der Mensch rund 50m3 Frischluft pro Stunde. Um diese zu erhalten, müsste man im Einfamilienhaus jede Stunde ca. 5-10 Minuten lüften – was in der Praxis kaum möglich ist. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung regelt diesen hygienischen Luftbedarf ganz automatisch. Diese Anlagen sorgen für einen nicht wahrnehmbaren Luftwechsel, die Luft wird im Gebäude etwa im Laufe von 2 Stunden komplett ausgetauscht. Wohnraumlüftungen dürfen daher auf keinen Fall mit Klimaanlagen verwechselt werden, die einen vielfach höheren Luftwechsel durchführen. Daher treten bei Klimaanlagen die unerwünschten Zugerscheinungen auf.

Wärmetauscher

Einen wichtigen Teil der Wohnraumlüftung stellt der Erdwärmetauscher dar – ein ca. 30 m langes Kunststoffrohr, das im Garten in ca. 1,5 m Tiefe verlegt wird und über das die Zuluft angesaugt wird. Die angesaugte Außenluft wird durch die vorhandene Temperatur des Bodens im Winter vorgewärmt und im Sommer abgekühlt – das sorgt für zusätzliche Behaglichkeit, ohne Zugluft oder Geräuschbelastung.

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