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Im Folgenden wollen wir uns mit den Grundprinzipien des Passivhauses näher auseinander setzen. Die Planung und Ausführung eines Passivhauses steht zweifellos unter dem Motto "Gewinne maximieren - Verluste minimieren". Gewährleistet wird dies unter Berücksichtigung der folgenden Hauptprinzipen nach denen ein Passivhaus funktioniert:
| Wärmedämmung | Kompaktheit | Südausrichtung |
| Wärmebrückenfreiheit | Luft- und Winddichtheit | Kontrollierte Wohnraumlüftung |
Wohl die wichtigste Massnahme, obgleich im Passivhausbereich auch die weitgehendste Einhaltung aller nachfolgenden Massnahmen im wahrsten Sinn des Wortes "überlebensnotwendig" sind, ist wohl die Herstellung einer perfekt dämmenden Gebäude aussenhülle, auch thermische Hülle genannt.
Übliche Dämmstärken sind im Passivhaus somit:
| Bauteil | Beschreibung | Stärken | u-Wert | |
| Aussenwand | Wärmedämmung z.B. aus EPS, Kork, Steinwolle, Stroh, ... | > 30cm |
< 0,12 W/m²K | |
| Dachschräge bzw. oberste Decke |
Wärmedämmung zwischen Sparren z.B. aus Glas- oder Mineralwolle, Zellulosefasern, EPS, Hanf, Fachs, Stroh, ... | > 34cm | < 0,10 W/m²K | |
| Fussboden | Wärmedämmung auf Decke oder Fundamentplatte aus EPS, Glas- oder Mineralwolle, Styroporbeton, ... | > 26cm | < 0,16 W/m²K | |
| Fenster | Passivhaustaugliche Fensterrahmen mit 3-Scheibenisolierverglasung mit Edelgasfüllung | < 0,80 W/m²K |
Beispiele:
| Beschreibung | Photo | ||
| 30 cm Fassadendämmung aus EPS (Styropor) | ![]() | ||
| 30 cm Fassadendämmung aus Kork | ![]() | ||
| ca. 30cm Dämmung aus Schaumglasgranulat - Einbringung | ![]() | ||
| Fundamentplatte auf ca. 30cm Dämmung aus Schaumglasgranulat | ![]() | ||
| Passivhausfenster Josko mit wärmebrückenreduzierter Montage | ![]() | ||
| Passivhausdämmung zwischen Sparren aus Zellulosefassern (Quelle: www.clima-super.at) | ![]() | ||
Kompakt Bauen heisst, die Oberfläche der thermischen Aussenhülle im Verhältnis zum beheizten Volumen so klein wir möglich zu halten -> d.h. A/V-Verhältnis reduzieren.
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Dazu ein paar Beispiele zu unterschiedlichen Baukörpern: | |||
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Idealste geometrische Form |
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Ideale Bauform: | |||
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Günstige Bauform: | |||
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Günstige Bauform: | |||
| Normale Bauform: 1+1/2-geschossig (60cm Kniestock, 45° Dachneigung) A/V-Verhältnis = 0,85 | |||
| ungünstige Bauform: Bungalow 1-geschossig A/V-Verhältnis = 1,05 | |||
Ein weiterer Umstand, der im Passivhaus zu erfüllen ist, ist weitgehende Wärmebrückenfreiheit. Gemeinsam mit der Wienerberger Ziegelindustrie hat Bmstr. Macho einen Wärmebrückenkatalog für Passivhausdetails erstellt, den Sie auch hier downloaden können.
Download: wbr_passiv.pdf (1 MB)
Ursachen und Auswirkungen von Wärmebrücken haben wir exemplarisch in nachstehender Tabelle zusammengefasst:
| Beschreibung | Grafik | ||||||||
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Zwei negative Umstände kommen bei Wärmebrücken zu tragen: 1.) Energieverluste |
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Wärmebrücken können mittels Thermographie sichtbar gemacht werden. Mittels Infrarotkamera werden Aufnahmen eines Gebäudes gemacht und dabei unterschiedlichen Temperaturen verschiedenen Farben zugewiesen. Je näher zu rot, desto wärmer ist die Oberfläche, je näher zu blau (schwarz), desto kälter ist die Oberfläche. |
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Diese Beispiel zeigt Möglichkeiten eines Fenstereinbaues. Dabei ist die linke Lösung anzustreben. Das Fenster soweit wie möglich zu Dämmung setzen und den Fensterrahmen soweit wie möglich überdämmen. |
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Hier zum Beispiel die thermograhische Darstellung "schlechten" eines Fenstergewändes. Dabei können, bei niedrigen Aussentemperaturen und bei schlecht gedämmten Fensterrahmen, oder nicht luftdichtem Fenstereinbau, sehr tiefe Kantentemperaturen beim Übergang von Innenputz und Fensterstock auftreten. |
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Diese Temperaturen können dabei so Tief sein, dass Oberlfächenkondensation auftritt und überall dort wo es nass ist, schlägt die Natur im Ihrer eigenen "Naturthermographie" zu .... dem Schimmelpilz. |
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Drum merke:
Da die passivhausbauweise auf Wärmebrückenfreiheit und Luftdichtheit basiert, gibt es keine Kondenstionsmöglichkeiten.
-> In einem Passivhaus gibt es keinen Schimmelpilz!
Zwei sehr wichtige Themen, die uns ebenfalls sehr am Herzen liegen: Luft und Wind. Die Winddichteben liegt in der Regel außen und soll verhindern, dass die Wärmedämmung von kalter Luft umspült wird und die Dämmwirkung teilweise verloren geht.
Die Luftdichtebene liegt innen und verhindert, das warme, feuchte Innenluft durch Fugen und dergleichen in die Konstruktion eindringt, abkühlt und so Schäden verursacht. Gewährleistet wird die Luftdichtheit im Massivhaus durch den Innenputz, alles was ihn durchringt (Elektriker, Installateur, Dachgeschoß-Ausbau ...usw) kann eine mögliche Gefahrenstelle sein.
Die Luftdichtheit ist daher aus folgenden Gründen sehr wichtig:
- Vermeidung von Tauwasser in Konstruktionen
- Verringerung der Lüftungswärmeverluste
- Verhinderung von Luftschadstoffen in die Raumluft
- Vermeidung von Zugluft
- Sicherstellung der Funktion der Lüftungsanlage
- Sicherstellung der Schalldämmung von Bauteilen
- Sicherstellung der Dämmwirkung von Außenbauteilen
Gemessen wird die Luftdichtheit gemäß ÖNORM EN 13829 durch den so genannten "n50 - Test", auch Luftdichtheitstest oder "Blower-Door-Test" genannt. Dabei wird im Gebäude mit dem Luftdichtheits-Messgerät ein Unter- bzw. Überdruck erzeugt. Wie kommt man dann also zum n50 - Wert?
Man dividiert einfach den Luftvolumenstrom (dieser hält den Luftdruck im Gebäude konstant) durch das Volumen des Gebäudes. Je kleiner dieser n50 - Wert ist, desto luftdichter ist dann das Gebäude.
Übliche Richtwerte sind dabei:
- n50 < 0,60 im Passivhaus
- n50 < 1,00 im Niedrigenergiehaus
- n50 < 3,00 im "Normalhaus"
Und in der Realität? Unser bester erzielter Wert in einem Passivhaus liegt bei n50 = 0,20!
Heute sollte in jedem modernen Wohnhaus eine kontrollierte Wohnraum-Lüftungsanlage integriert sein. Der Grund ist der Mensch - erst dann kommen die Vorteile der Energieeinsparung.
Alle Säugetiere, auch der Mensch, atmen Sauerstoff ein und produzieren CO2, das wieder ausgeatmet wird. In den Gebäuden in denen wir uns aufhalten steigt die CO2-Konzentration - und außerdem entstehen zahlreiche weitere Luftschadstoffe, z.B.: durch Versiegelungen, Holzverbunstoffe, Leime, Reinigungsmittel ... usw.
Zum gesunden Wohnen benötigt der Mensch rund 50m3 Frischluft pro Stunde. Um diese zu erhalten, müßte man im Einfamilienhaus jede Stund ca. 5-10 Minuten lüften - was in der Praxis kaum möglich ist.
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung regelt diesen hygienischen Luftbedarf ganz automatisch. Diese Anlagen sorgen für einen ca. 0,5-fachen Luftwechsel, das heisst die Luft wird im Gebäude alle 2 Stunden komplett ausgetauscht. Wohnraumlüftungen dürfen daher auf keinen Fall mit Klimaanlagen verwechselt werden, die einen 10-20-fachen Luftwechsel haben und dadurch auch Zugerscheinungen auftreten.
Einen weiteren wichtigen Teil der Wohnraumlüftung stellt der Erdwärmetauscher dar - ein 30 m langes Kunststoffrohr, das im Garten in ca. 1,5 m Tiefe verlegt wird und über das die Zuluft angesaugt wird. Die angesaugte Außenluft wird durch die vorhandene Wärme des Bodens im Winter vorgewärmt und im Sommer abgekühlt - das sorgt für zusätzliche Behaglichkeit, ohne Zugluft oder Geräuscjbelastung.
Im Passivhaus ist die kontrollierte Wohnraumlüftung der zentrale Wärmelieferant - ein herkömmliches Heizsystem entfällt ja bekanntlich. Die Wohnraumlüftung (ergänzt um eine Kleinstwärmepumpe) erzeugt somit die erforderliche Raumwärme und das Warmwasser.















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